Die Zecke – das sollten Sie wissen

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Die Zecke

Um sich ernähren und weiter entwickeln zu können braucht die Zecke das Blut ihres Wirtes. Sie treten dabei in engen Kontakt mit ihren Opfern. Das ist natürlich mit Gefahren und Konsequenzen verbunden. Die Zecke ist eine Gefahr für Mensch und Tier.

Der Lebenszyklus einer Zecke

Die meist verbreitete Zeckenart in Deutschland ist der gemeine Holzbock. Der Entwicklungszyklus ist in 4 Stadien unterteilt und kann 1,5 bis 2,5 Jahre dauern. Von den Eiern zur Larve, von der Larve zur Nymphe und von der Nymphe zur adulten (Erwachsenen) Zecke. Nach der mehrtägigen Blutmahlzeit legt das Zeckenweibchen im Laub ein Ei-Paket mit bis zu 3000 Eiern ab und stirbt danach.

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Im ersten Jahr entwickelt sich aus jedem Ei eine Larve und im zweiten Jahr eine Nymphe. Erst im dritten Jahr entwickelt sich die adulte, also Erwachsene Zecke. Um ein Entwicklungsstadium zu erreichen, benötigt die Zecke jeweils eine Blutmahlzeit auf einem geeigneten Wirt. Hat sie das erreicht, kann es zur nächsten Entwicklungsstufe gehen.

Wichtig!

Immer nur direkt am Tier selbst können die Zecken bekämpft werden. Denn ihr Lebenszyklus findet weitestgehend in der Natur statt. Bei den Flöhen ist es anders, die können sich auch in häuslicher Umgebung ausbreiten.

Tatsachen über Zecken

  • Sie sind nicht nur in den Wäldern und Wiesen sondern auch im heimischen Garten zu finden. Auch dort können sich Mensch und Tier Zecken einfangen
  • Zecken fallen nicht von Bäumen sondern lauern in hohem Gras und in Büschen und warten auf den Wirt, der sie abstreift und mitnimmt
  • Machen Sie die Zecke immer recht schnell unschädlich, da sie beim Blutsaugen gefährliche Krankheitserreger übertragen kann
  • Schon ab 6°C werden die kleinen Blutsauger aktiv, auch wenn es einem draußen noch winterlich erscheint. Also immer an Zeckenschutz denken!

Krankheitsrisiken

Gefährliche Infektionskrankheiten können durch die Zecken übertragen werden. Gerade Hunde sind oft schwer davon betroffen. Seltener werden bei Katzen Fällen dieser Krankheiten beobachtet. Jedoch sind die auslösenden Erreger die gleichen wie beim Hund und auch die Symptome ähneln sich. Die in Deutschland gefährlichsten Krankheiten und ihre möglichen Symptome erfahren Sie hier:

Lyme-Borreliose

  • Mattigkeit
  • Fieber
  • Lahmheit
  • Appetitlosigkeit
  • Gelenksentzündungen

Babesiose (Hundemalaria)

  • Fieber
  • Blasse Schleimhäute
  • Appetitlosigkeit
  • Gelbsucht mit dunklem Urin
  • Anaplasmose
  • Lethargie
  • Fieber
  • Gewichtsverlust
  • Blasse Schleimhäute
  • Lahmheit
  • Manchmal auch Blutungen

FSME (Hirnhautentzündung)

  • Gangstörungen
  • Fieber
  • Erhöhte Schmerzempfindlichkeit
  • Bewusstseinstrübung
  • Epileptische Anfälle

Wichtig ist auch zu wissen, dass die Erreger der FSME und Lyme-Borreliose auch gefährlich für den Menschen sind!

Zeckenbefall erkennen

Suchen Sie nach jedem Freigang ihrer Katze und nach jedem Gassi gehen mit ihrem Hund ihr Tier regelmäßig nach Zecken ab. Haben sich die Zecken voll gesaugt und sind fest an der Haut ihres Tieres fixiert, dann kann man sie gut erkennen. Auch beim Streicheln fühlt man die Parasiten und kann sie dann gut ertasten.

Es können sich außerdem immer noch kleine krabbelnde Zecken auf dem Fell befinden, die noch ihren Platz suchen zum Festsaugen. Dadurch dass sie so winzig sind, sind sie schwer zu finden, aber Sorgfältigkeit zahlt sich aus.

Wichtig ist die Zecke so schnell wie möglich zu entfernen. Dann ist nämlich das Risiko einer Übertragung von Erregern geringer. Denn der Krankheitserreger wird erst nach 16-24 Stunden übertragen.

Die beliebtesten Plätze für die Blutmahlzeiten der Zecken sind gut durchblutete und warme Stellen. Sie sind oft am Kopf, am Hals, an den Ohren, am Bauch, im Zwischenzehenbereich und der Schenkelinnenseite des Haustieres zu finden. Es ist auch wichtig Brustgeschirr und Halsband nach Zecken zu untersuchen. Das wird in der Regel gerne vergessen.

Entfernen der Zecke

  • Verwenden Sie eine Zeckenkarte, Zeckenzange oder Schlinge und setzen diese hautnah, kontrolliert und langsam ein
  • Die Zecken nicht quetschen da sonst infektiöser Speichel in die Wunde gelangen kann. Auch ein ersticken mit Klebstoff oder Öl ist falsch und würde das gleiche auslösen wie das quetschen
  • Ist die Zecke entfernt, dann ist es wichtig diese zuverlässig zu entsorgen. Das erfolgt entweder durch zerdrücken oder ertränken in einem Bad mit Alkohol oder Desinfektionsmittel
  • Die Zecken werden nicht herausgedreht sondern herausgehebelt. Denn Sie haben kein Gewinde, sondern Mundwerkzeuge die mit Widerhaken versehen sind
  • Ist das Tier hartnäckig und lässt nicht los, dann üben Sie 30 Sekunden lang leichten Zug aus, bis der Blutsauger endlich nachgibt

Vorbeugen von Zeckenbefall

Sie können zwischen einem natürlichen Zeckenschutz oder einem chemischen Zeckenschutz für Ihr Tier wählen. Beide haben so ihre Vor- und Nachteile.
Bis zu vier Wochen können Spot-on Präparate gegen Zecken und andere Plagegeister schützen. Fragen Sie am besten bei Ihrem Tierarzt nach welches Mittel für Ihren Hund geeignet ist. Da nicht jedes Zeckenmittel bei jedem Vierbeiner gleichermaßen anschlägt, heißt es probieren, probieren, probieren.

Nicht jedes natürliche Antizeckenmittel ist auch nicht immer gesund für Ihren Hund. Oft wird vom Beimischen von Knoblauch in das Hundefutter geschrieben. Doch bei übermäßigem Konsum kann das bei Ihrem Hund Vergiftungserscheinungen hervorrufen.

Auch die Hundebesitzer sollten sich mit Zeckenmitteln schützen. Zum Beispiel mit Präparaten wie Autan oder das natürliche Kokosöl zum Auftragen auf die Haut. Zu beachten ist aber, dass die Wirkung nach ein bis zwei Stunden schon wieder nachlässt.

Zecken reagieren vor allem auf Geruch und Wärme.

Greifen Sie einfach beim Waldspaziergang mit dem Hund auf lange Hosen und langärmelige Oberteile zurück. Festes Schuhwerk sowie bedeckte Füße minimieren ebenfalls die Angriffsfläche für die Zecke.

Wie gehen die Zecken vor?

Mit ihren Mundwerkzeugen graben sich die Zecken einen Hohlraum in die Haut des Wirts. Dieser Hohlraum füllt sich dann mit Blut und die Zecke saugt dieses dann auf. Damit der Wirt den Stich nicht mitbekommt, besitzt die Zecke in ihrem Speichel betäubende und gerinnungshemmende Substanzen.

Warum gibt es Zecken im Garten?

Da Zecken ja auch Parasiten sind, brauchen sie zum Überleben Blut von anderen Tieren. Man sagt auch Wirtstiere dazu. Um sich in seinen Entwicklungsstufen immer wieder weiter entwickeln zu können benötigt die Zecke immer eine Blutmahlzeit. Larven und Nymphen ernähren sich von kleinen Säugetieren wie zum Beispiel den Mäusen. Die Erwachsenen Zecken laben sich an größeren Tieren wie Wildschweine oder Rehe. Die Paarung findet ebenfalls auf dem Reh oder Wildschwein statt. Danach lässt die weibliche Zecke sich fallen um auf dem Boden ihre Eier legen zu können.

Und da es Mäuse immer wieder mal im Garten oder Hof gibt, auch wenn sie nur zur Durchreise sind, gibt es auch bei Ihnen zu Hause Zecken.

DIY – Mittel gegen Zecken

Alkohol & Öl

Zwei Teile Alkohol (antiseptisch) und 1 Teil Öl miteinander vermischen. Dann ein Tuch damit befeuchten und mehrmals über die betroffene Stelle streichen. So lange, bis die Zecke von selbst abfällt.

Kamillentee

Den Kamillentee mit etwas Watte auf die betroffene Stelle auftragen. Da die Parasiten den Geruch nicht mögen, werden diese verschwinden. Anschließend alles gut desinfizieren, damit niemand zurückbleibt.

Zitrusfrüchte

Mit Mandarinen, Orangen, Zitronen und Grapefruit kann man ein gutes Zeckenschutzmittel herstellen.

Zwei in Scheiben geschnittene Zitrusfrüchte in einen halben Liter kochendes Wasser hinzufügen. Jetzt noch eine Minute kochen lassen und dann auf die kleinste Stufe umschalten. Die Flüssigkeit wird jetzt eine Stunde köcheln gelassen. Passen Sie auf, dass nicht das ganze Wasser verdampft. Danach abkühlen lassen und in eine Spraydose oder Pumpflasche füllen.

Sie können dieses Mittel auch auf die Decke ihres Haustiers spritzen aber aufpassen, dass es nicht in die Augen gerät. Oder einfach das ganze Haus damit desinfizieren.

Apfelessig

Zu gleichen Teilen den Apfelessig mit Wasser mischen und dann mit Watte oder einem Tuch auf die betroffene Stelle auftragen. Nach dem Baden kann das zum Beispiel als letzte Spülung gemacht werden.

Ringelblumensalbe, Aloe-Vera-Gel oder Lavendelöl

Haben die Zecken nach ihrem Stich Verletzungen oder Wunden zurückgelassen, können diese mit einer wundheilenden Ringelblumensalbe, einem feuchtigkeitsspendenden Aloe-Vera-Gel oder einem schützenden Lavendelöl behandelt werden.

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